Dreifaltigkeitssonntag – Eintauchen in die Liebe, die alles verbindet
Ein Gott in drei Personen – Vater, Sohn und Heiliger Geist. Was auf den ersten Blick wie ein unlösbares Rätsel wirkt, wird am Dreifaltigkeitssonntag zur Einladung: Treten Sie ein in das Geheimnis einer Liebe, die alles durchdringt.
Für Franz von Assisi war Gott nie eine abstrakte Idee. Er hat die Dreifaltigkeit nicht erklärt – er hat sie gelebt. In seiner radikalen Einfachheit, in seiner Liebe zur Schöpfung, in seiner Nähe zu den Menschen wird etwas sichtbar von diesem dreifaltigen Gott: Beziehung, Hingabe, lebendige Gemeinschaft.
Der Vater – Schöpfer aller Dinge. Für Franziskus spiegelte sich Gott in der ganzen Welt: in der Sonne, im Wasser, in jedem Geschöpf. Alles ist getragen von dieser göttlichen Liebe.
Der Sohn – Jesus Christus. In ihm wird diese Liebe konkret. Franziskus folgte ihm nicht halb, sondern ganz – arm, demütig, nah bei den Menschen.
Der Heilige Geist – die Kraft, die alles lebendig macht. Für Franziskus war er kein fernes Konzept, sondern spürbare Gegenwart: Freude, Inspiration, innerer Aufbruch.
Gerade in diesem Jahr, in dem an 800 Jahre Transitus erinnert wird, bekommt der Dreifaltigkeitssonntag eine besondere Tiefe. Franziskus’ Leben war ein Weg hinein in diese göttliche Beziehung – und sein Sterben kein Ende, sondern ein Übergang in die Fülle dieser Liebe.
Dreifaltigkeit heißt: Gott ist nicht allein – und Sie sind es auch nicht. Alles ist verbunden. Alles ist getragen. Diese Sicht verändert den Blick auf die Welt. Sie macht achtsam, dankbar, offen.
Vielleicht liegt genau darin die Kraft dieses Festes: nicht alles verstehen zu müssen, sondern sich hineinnehmen zu lassen. In die Beziehung Gottes. In ein Leben, das weiter wird.
Franziskus würde es wohl einfach sagen: Staunen Sie. Leben Sie. Lieben Sie. Denn genau darin berühren Sie das Geheimnis der Dreifaltigkeit.
Pace e bene
DiR Bernd-Günter Barwitzki, ofs




